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Ice Tigers: Unmögliches wird ihre Spezialität

Ice Tigers lassen dem Sieg in Düsseldorf ein 6:4 in Mannheim folgen
 Ice Tigers: Unmögliches wird ihre Spezialität
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MANNHEIM/NÜRNBERG - Die Gegner hießen Düsseldorf und Mannheim, kein Grund also, von sechs Punkten zu träumen. Doch die Thomas Sabo Ice Tigers stellen derzeit als kompakt auftretende Einheit vieles auf den Kopf, gewannen am Freitag in Düsseldorf und am Sonntag mit 6:4 (3:0, 1:2, 2:2) in Mannheim.

Manager Lorenz Funk muss oft in die Zukunft schauen, mit jeder Spielerverpflichtung ist er dazu gezwungen, und bisher lag er bei den Thomas Sabo Ice Tigers meistens richtig. Völlig falsch war dagegen seine düstere Vorahnung die Partie in Mannheim betreffend. Immer besorgniserregender wurde seine Analyse, in der es um Substanz, Fitness, enger Spielplan ging, alles andere als eine hohe Niederlage schien kaum möglich. Zumal Morten Ask fehlte, der Norweger hatte sich gegen Düsseldorf am Knie verletzt, eine Untersuchung soll heute zeigen, ob der Stürmer morgen im Heimspiel gegen Köln (19.30 Uhr) auflaufen kann.

Spezialisten für das Unmögliche

Doch die Nürnberger haben sich mittlerweile darauf spezialisiert, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Am Freitag hielten sie den Tabellenzweiten Düsseldorf weitestgehend auf Distanz und feierten einen eigentlich unmöglichen 4:3-Auswärtssieg am Rhein. Gestern nun warteten die Mannheimer, bis in die Kufen motiviert durch Trainerwechsel und neun Niederlagen in zehn Spielen. Nach 25 Minuten stand es 4:0, nach 60 6:4 – für die Gäste aus Nürnberg.

Die Ice Tigers durften in dieser Saison genug Erfahrungen mit Mannschaften sammeln, die unruhige Zeiten hinter sich haben. In Hamburg bekam Geschäftsführer Boris Capla in der Woche vor der Partie gegen Nürnberg seine Papiere, in Köln stand Bill Stewart in seinem ersten Heimspiel an der Bande, bei den Krefeldern hatte Rick Adduono seine ersten Trainertage hinter sich. Die Bilanz: Zwei Niederlagen gegen Hamburg und Köln sowie ein saftloser Sieg gegen die Pinguine. In Mannheim musste jetzt Doug Mason gehen, als Interimstrainer darf Teal Fowler – unterstützt von Martin Jiranek – versuchen, die Adler Richtung Play-offs zu lotsen. Am Freitag in Berlin gab es zwar den nächsten Dämpfer, doch das illustre Ensemble zeigte sich dort wenigstens stark verbessert.

Unverkrampft in Über- und Unterzahl

Unverkrampft spielen, sich aufs Wesentliche besinnen, hatte Fowler den Adlern empfohlen. Gut zugehört hatten allerdings zu Beginn nur die Ice Tigers. Unverkrampft schossen sie gestern anfangs in Überzahl und Unterzahl die Tore, konzentrierten sich aufs Wesentliche, nämlich weitere Treffer, und verblüfften nebenher wie schon gegen die DEG mit einer kraftvollen, effektiven Spielanlage.

Drittes Spiel, dritter Fischhaber-Treffer

Jesse Schultz, Siegschütze in Düsseldorf, ließ gleich seinen zweiten DEL-Treffer folgen, als er dort stand, wo ein Stürmer in Überzahl stehen muss, um einen Abpraller zu verwerten (5.). Ein allzu lässiger Mannheimer bescherte dann den Nürnbergern in Unterzahl eine Konterchance, den Puck schob Brad Leeb durch die Schoner von Freddy Brathwaite (10.). Björn Barta fälschte einen Pass von Dan Spang äußerst elegant zum 3:0 ab (15.), Greg Leeb ließ die Schnörkel weg und traf zum 4:0 (25.). Es wurde sehr, sehr still in der Halle, lediglich Francois Methots Pfostenschuss (26.) entlockte den 10317 Zuschauern ein kollektives Aufstöhnen.

Mannheim wollte sich aber nicht länger vorführen lassen und erinnerte sich an seine Stärken. Mario Scalzo verkürzte auf 1:4, Ahren Spylo mit seinem typischen Handgelenksschuss durch Patrick Ehelechners Schoner auf 2:4 (38.) und nach vier Minuten im letzten Drittel begann die Partie von vorn. Auch in Düsseldorf hatten die Ice Tigers trotz späten Ausgleichs noch gewonnen, weil Jesse Schultz sein erfahrenes Näschen ins Spiel brachte. Gegen Mannheim war es Simon Fischhaber, der mit seinem dritten DEL-Tor (49.) in der dritten Partie hintereinander den Gastgeber endgültig frustrierte. Eine kleine Bankstrafe für die Adler brachte die Entscheidung: Greg Leeb, hervorragend bedient von Florian Keller, beförderte nach feinem Solo den Puck zum 6:4 ins Netz und das Unmögliche war geschafft, ein nie erwartetes Sechs-Punkte-Wochenende perfekt. Selten dürfte Manager Funk so gern vom eigenen Team widerlegt worden sein.

Nürnberg: Ehelechner, Nasreddine/Ancicka, Leask/Albers, Ondruschka/Peacock, Spang – Barta/G. Leeb/B. Leeb, Fical/Mosienko/Savage, Grygiel/Chouinard/Schultz, Fischhaber/Mayr/Keller.

Tore: 0:1 Schultz (4:25/5–4), 0:2 B. Leeb (9:30/4–5), 0:3 Barta (14:55), 0:4 G. Leeb (24:24), 1:4 Szalco (26:24), 2:4 Spylo (37:11/ 6-5), 3:4 Arendt (41:43), 4:4 Robinson (43:04/5-4), 4:5 Fischhaber (48:05), 4:6 G. Leeb (53:08/5–4).

Schiedsrichter: Reichert. – Zuschauer: 10317. – Strafminuten: 10 - 12 +10 (Barta) +10 (B. Leeb).

Paul Müller und Ulrike Assmann
18.1.2010
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