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DÜSSELDORF/NÜRNBERG – Je heikler der Gegner, desto unbekümmerter scheinen derzeit die Thomas Sabo Ice Tigers zu spielen. Das bekamen schon Frankfurt und Berlin zu spüren, am Freitag nun war der Tabellenzweite Düsseldorf das nächste Opfer einer jederzeit aufmerksam und bestens vorbereiteten Nürnberger Mannschaft, die 4:3 gewann.
Zuletzt hatten die Gastgeber sechs Partien hintereinander als Sieger das Eis verlassen, doch unter der Woche gab es kleine Störmanöver aus Mannheim. Bei den Adlern – Nürnbergs Gastgeber am Sonntag – soll Teal Fowler nur eine Übergangslösung auf dem Trainerposten sein, als Wunschkandidat wurde offen DEG-Coach Harold Kreis ins Gespräch gebracht, dessen Vertrag am Rhein ausläuft. In Düsseldorf fand man das nicht sehr lustig und bat genervt um Konzentration aufs Sportliche.
Kompakter Auftritt
Das gelang am Freitag aber nur halbwegs, weil die Ice Tigers nicht nur jeweils perfekt in die ersten beiden Drittel starteten, sondern auch einige Aha-Erlebnisse feierten durften. Simon Fischhaber zum Beispiel ließ gleich seinen zweiten DEL-Treffer folgen (3.); Brad Leeb bewies, dass Überzahltore doch nicht eine Erfindung nur für Gegner sind (21.) und Dan Spang (27.) entschied, dass Verteidiger durchaus Tore schießen dürfen. 3:1 stand es nach zwei Dritteln, Evan Kaufmann hatte lediglich eine Kontersituation zum 1:1 (7.) nutzen können. Tiger-Torwart Patrick Ehelechner zeigte trotzdem eine erneut herausragende Leistung, die Defensive arbeitete unermüdlich und vorne war es nicht nur Neuzugang Jesse Schultz, der mit seinem Gespür fürs Spiel die Nürnberger Offensive beflügelte.
Chancen gab es noch mehr, doch keine Tore aus Sicht der Gäste, sowohl Morten Ask als auch Schultz blieben glücklos. Die DEG reagierte gereizt. Gegen Ingolstadt hatte sie die Liga mit einem fulminanten Schlussspurt und fünf Toren in acht Minuten verblüfft, entsprechend bang blickten die Tiger-Fans, als erst Daniel Kreutzer (41.) und dann Shane Joseph (46.) mit einem Glücksschuss in den Winkel für den Ausgleich sorgten.
Düsseldorf blieb gefährlich, die Ice Tigers blieben cool. Es war wieder ein Aha-Erlebnis gefragt, und da ließ Schultz sich nicht lange bitten: Der Neuzugang traf in Überzahl zum 4:3 und nach weiteren sieben Minuten gingen strahlende Gäste aus Nürnberg vom Eis. pmü/ass
B> Nürnberg: Ehelechner, Nasreddine/Ancicka, Albers/Leask, Ondruschka/Peacock, Spang – Barta/G. Leeb/B. Leeb, Fical/Ask/Savage, Grygiel/Chouinard/Schultz, Fischhaber/Mosienko/Keller.
Tore: 0:1 Fischhaber (2:26), 1:1 Kaufmann (6:36), 1:2 B. Leeb (20:19/5-4), 1:3 Spang (26:12), 2:3 Kreutzer (40:12), 3:3 Joseph (46:01), 3:4 Albers (52:29/5-4).
Schiedsrichter: Piechaczek. – Zuschauer: 4420. – Strafminuten: 8 – 6.
Ferner: Kassel – Straubing 1:2, Berlin – Mannheim 4:2, Hannover – Augsburg 4:3, Iserlohn – Hamburg 1:2, Frankfurt – Köln 4:3. – Tabellenspitze: 1. Berlin 38 Spiele/82 Punkte, 2. Düsseldorf 37/69, 3. Hannover 37/63, 4. Ingolstadt 38/61 5. Frankfurt 36/61, 6. Wolfsburg 38/60, 7. Nürnberg 37/60, 8. Köln 38/57, 9. Mannheim 37/53, 10. Iserlohn 37/49.
pmü/ass |