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Bürger bringen täglich 25.000 D-Mark zur Bank

In der Landeszentrale der Bundesbank in Nürnberg wird immer noch viel getauscht
 Bürger bringen täglich 25.000 D-Mark zur Bank
Foto: Daut
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NÜRNBERG - Sie schlummert auf dem Boden eines Wunschbrunnens oder im Münzenglas der Oma: die Deutsche Mark. Noch ist die seit acht Jahren abgelöste Währung aber nicht vergessen. In der Landeszentrale der Bundesbank werden täglich noch bis zu 25.000 D-Mark umgetauscht.

Für Norbert Steingruber hat sich der Weg von Herrieden (Kreis Ansbach) nach Nürnberg gelohnt. Mit 5000 Mark in der Tasche steht er in der Schlange am Sicherheitsschalter in der Filiale der Deutschen Bundesbank (DB). «Das Geld habe ich bei der Renovierung unter dem alten Sofa meiner Oma gefunden«, erklärt er. Da der Umbau teuer wird, freut sich Steingruber über den unerwarteten Zuschuss.




Hinter jedem Tauschgeschäft steckt eine Geschichte

Fälle wie diesen erlebt Werner Wagner oft. Er leitet die Landeszentrale der DB in Nürnberg. Hier tauschen Privatpersonen wertloses Geld in wertvolles um. «Am Tag gehen bei uns 20.000 bis 25.000 Mark über den Schalter«, erklärt Wagner.

Die bei der Bundesbank eingereichten Summen reichen dabei von zehn Pfennig bis zu 100.000 D-Mark. Hinter jedem Tauschgeschäft steckt eine Geschichte - und meistens ein spektakulärer Fundort: «Als eine ältere Dame ins Altenheim musste, fand man bei der Renovierung ihrer Wohnung mehrere Zehntausend Mark im Rollkasten«, erinnert sich Wagner an einen interessanten Eintausch.

Genau 13,6 Milliarden D-Mark sind noch heute im Verkehr, zu gleichen Teilen in Münzen und Scheinen. Einen vollständigen Umtausch wird es allerdings nicht geben können. Viele Mark wurden vernichtet oder sind inzwischen im Ausland.

Geld muss «angemeldet« werden

Zu achten ist beim Eintausch auf den Nachweis der Eigentumsberechtigung. Wer tatsächlich Deutsche Mark findet, die nicht aus dem eigenen Besitz sind, muss den offiziellen Weg von Fundsachen einhalten: Erst muss das «alte« Geld beim Fundamt angemeldet werden. Lässt sich kein Eigentümer finden, ist der Weg zum Bankschalter frei. Auch im Einzelhandel kann die Mark noch verwendet werden. Mit Aktionswochen, in denen die ehemaligen deutschen Währung noch akzeptiert wird, locken die Geschäfte.

Beim Modehaus C&A kann sogar das ganze Jahr über mit Mark bezahlt werden. Dieser Service wird von den Kunden auch gerne angenommen, weiß der Nürnberger Filialleiter Guido Schneider: «Wir haben jeden Monat noch einige Tausend D-Mark, mit denen bei uns bezahlt wird.«

Zumindest im Warenhaus ist allerdings ein Rückgang mit dem Mark-Geschäft festzustellen. Schneider: «Es wird weniger. Auch wenn zu Stoßzeiten wie vor Weihnachten wieder mehr Leute mit Mark bezahlt haben.«

Beim Einkauf mit der Mark übernimmt das Kassensystem die Umrechnung. Der Kunde erhält sein Rückgeld selbstverständlich in Euro. Die Mark wird wie eine Fremdwährung behandelt. Das Heimspiel hat inzwischen der Euro.

Timo Schickler
11.1.2010
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