|
|
 |
Rammstein: «Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr« |
| Neue CD «Liebe ist für alle da« enttäuscht auf ganzer Linie |
| Rammstein: «Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr« |
 |
| Bitte Bild anklicken! |
|
Deutschlands größtes Kasperltheater meldet sich zurück. «Liebe ist für alle da« heißt das sechste Studioalbum der Berliner Band Rammstein, die als erster Teilnehmer bei «Rock im Park« 2010 bestätigt ist.
Spätestens wenn man als deutscher Tourist unter karibischer Sonne von kubanischen Rockfans mit Fach-Fragen zu Rammstein bedrängt wird («Kommt ,Du hast‘ von ,haben‘ oder von ,hassen‘?«), ahnt man die Bedeutung des nach Kraftwerk und den Scorpions weltweit wohl bekanntesten deutschen Exportartikels in Sachen Pop. Nun liegt der sechste Studio-Streich der Berliner vor, und die Gesichter werden lang: «Liebe ist für alle da« ist ein dermaßen flaches, ideenarmes Selbstzitat geworden, dass man den Eindruck nicht los wird, Rammstein hat zumindest in kreativer Hinsicht den Herbst der eigenen Karriere mal eben kurz vorverlegt.
Schenkt man den sechs Musikern Glauben, dann war die neue Platte eine schwere Geburt. Genauso klingt sie auch: Viel Leerlauf, viel Füllmaterial, viel Banales vom Fass.
Pathos und Bombast
Ironiefrei verbindet das eröffnende «Rammlied« den hohlen Pathos der Böhsen Onkelz mit dem Bombast der Slowenen Laibach. «Haifisch« ginge gut und gerne auch als Tote Hosen-Nummer durch. Hätte Rammstein keinen Song über Josef Fritzl gemacht, man wäre ernsthaft entrüstet gewesen («Wiener Blut«). Kraftvoll und mächtig gibt Till Lindemann den Heldentenor, doch seine Texte bleiben erschreckend flach. Nur noch selten blitzt die genial-kranke Lyrik des Frühwerks auf («Der Webe zuckt wie Fingeraal, die Flinte springt vom Futteral, ich fege mir den Bast vom Horn und gebe ein gestrichen Korn«).
Wenn Rammstein in der kalkulierten Singleauskopplung «Pussy« die im Ausland bekannten deutschen Worte zu einem netten Sex-Song zusammenmontiert («Steck Bratwurst in dein Sauerkraut«), huscht noch mal ein kurzes Grinsen über die Backen. Die nette Ballade «Frühling in Paris«, das war’s dann auch schon auf der Haben-Seite. «Liebe ist für alle da« ist nach der Resteverwertung «Rosenrot« (2005) die zweite Rammstein-Platte, die deutlich jenseits der Haltbarkeitsgrenze liegt.
Die Luft ist raus, das Barometer fällt, der Witz ist durch. Schade. Die einstigen Lichtgestalten harter deutscher Tanzmusik sind im Mittelmaß angekommen. Und Durchschnitt tötet bekanntlich langsam. «Can’t get laid in Germany« heißt es in «Pussy«, und da liegt der Hund begraben. Rammstein bringt es nicht mehr. Um es mit einem frühen Textzitat der Hauptstadt-Truppe zu sagen: «Ich bin enttäuscht!« Aktuelle CD: Rammstein «Liebe ist für alle da« (Universal)
Stefan Gnad |
| 27.10.2009 |
 |
| ©
NÜRNBERGER NACHRICHTEN |
|
|
|
| | Artikel empfehlen | E-Mail an die Redaktion | Zur Druckversion |
|
 |
ANZEIGE |
| |
35. BARDENTREFFEN
|
| |
|
| |
ANZEIGE |
| |
Bild des Tages
 Für eine größere Ansicht: Klick aufs Bild!
|
| |
Bildstrecken
|
| |
ANZEIGE |
| |
Alles was wichtig ist rund um die Szene in Nürnberg und noch viel mehr gibt es jetzt im nigelnagelneuen
Szene Extra!Einfach mal reinklicken |
| |
Aktuelle Videos
|
| |
RATGEBER |
| |
| NN-Filmkritik
|
|
Alle Filmkritiken aus den Nürnberger Nachrichten finden Sie
hier.
| |
| |
Meine kleine Welt
|
| |
NN-Gezwitscher
|
| |
|